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Pitch nach 3: Der Podcast, auf den niemand gewartet hat. Und warum ihr ihn trotzdem hören müsst.

12. Dezember 2025

Ich habe mich gefragt, ob die Welt noch einen Marketing-Podcast braucht. Die ehrliche Antwort: Nein. Der Markt ist übersättigt, laut und oft erschreckend inhaltsleer. Glattgebügelte Erfolgsstorys, LinkedIn-Poesie für die Ohren. Und genau das ist der Punkt. Wenn alle dasselbe schreien, lohnt sich das Zuhören dort, wo nicht poliert, sondern diskutiert wird.

„Pitch nach 3“ ist kein weiterer Hochglanz-Talk. Es ist ein Experiment. Jenny (Art Direction), Roman (Video) und Flo (Marketing) setzen sich vor das Mikrofon – ohne Skript, aber mit einer klaren Agenda.

Die erste Folge widmet sich Threads. Dem sozialen Netzwerk, das gerade als „Twitter-Nachfolger“ gefeiert wird. Aber ist es wirklich der „Safe Space“, als der es verkauft wird?

Das Kuschel-Twitter – oder die Ruhe vor dem Sturm?

Threads verkauft sich aktuell als das „mausige“, freundliche Internet. Keine Ads, chronische Nettigkeit, Community-Feeling. Klingt vertraut? Genau. Das ist die klassische „Honeymoon-Phase“ jeder Plattform. Bevor die Monetarisierung greift, wird angefüttert.

In der Folge zerlegen Flo und Roman genau dieses Phänomen. Während Roman die App bisher nur aus Versehen geöffnet hat (und damit für 95 % der Nutzer steht), steckt Flo tief im Kaninchenbau. Die Erkenntnis: Threads ist aktuell ein Battle Royale. Es gibt keine bezahlte Reichweite, keinen „Pay-to-Win“-Button. Wer hier gesehen werden will, muss liefern. Text, Witz, Schlagfertigkeit. Das ist charmant, ja. Aber es ist auch ein brutaler Wettbewerb um Aufmerksamkeit, bei dem Hochglanz-Content gnadenlos ignoriert wird.

Marketing-Magie: Die Lüge vom „Admin als Freund“

Das Branding vieler Firmen auf Threads ist makellos chaotisch. Unternehmen wie Carrera, Lidl oder Dr. Oetker treten nicht mehr als juristische Personen auf, sondern als „der Admin“. Eine Kunstfigur, die vorgibt, dein Kumpel zu sein, der Angst vor dem Chef hat.

Im Podcast diskutieren wir diesen Trend kritisch: Es ist unterhaltsam, sicher. Aber Marketing ist nicht gleich Ethik. „Wir sind dein Best Buddy“ heißt nicht, dass dir nichts verkauft wird. Es heißt nur, dass die Verkaufsstrategie emotionaler geworden ist. Die Rhetorik verspricht Nähe, aber dahinter steckt kühles Kalkül. Eine „Admin-Persona“ zu kreieren, ist der Versuch, Corporate Identity durch parasoziale Beziehungen zu ersetzen. Clever. Aber eben auch manipulativ.

Zwischen Bananenbrot und Skateboard-Hunden

Fairerweise muss man sagen: Es funktioniert. Die Folge zeigt, dass Nutzer heute keine Logos mehr wollen, sondern Gesichter (oder zumindest Geschichten). Wir sprechen über die „Blutegel-Strategie“, mit der sich kleine Accounts an die Reichweite der Großen hängen, und warum Authentizität auf Threads Währung ist.

Und wir testen es selbst. Wir nutzen genau die psychologischen Trigger, die wir im Podcast analysieren. Beispiel gefällig? Wir haben unseren Agenturhund Schröder als Geisel für unser Wachstum genommen. 400 Follower, und der Hund fährt Skateboard. Das ist emotional, das ist manipulativ, das ist Marketing. Und es ist absolut transparent.

Wer „Pitch nach 3“ hört, sollte verstehen: Wir geben euch keine „3 Tipps für viralen Erfolg“. Wir geben euch den Kontext, um zu verstehen, warum diese Tipps meistens Unsinn sind.

Fazit: Zuhören auf eigene Gefahr

Threads ist technisch spannend und aktuell der einzige Ort für organische Reichweite. Aber es ist auch Teil eines Spiels, dessen Regeln sich bald ändern werden – sobald Meta die Ads einschaltet. „Pitch nach 3“ begleitet diesen Wandel. Kritisch, chaotisch und mit technischem Halbwissen (Sorry, Roman).

Hört rein. Nicht, weil ihr noch einen Podcast braucht. Sondern weil ihr wissen wollt, was passiert, wenn drei Agentur-Menschen aufhören, Buzzwords zu benutzen und anfangen, Tacheles zu reden.

Hier geht’s zur Folge


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